Rio de Janeiro Kriminalität

Urlaub in Rio: Riesenspaß oder Risiko pur?

Mit Rio de Janeiro verbindet man unweigerlich die Begriffe Karneval, Copacabana, Zuckerhut und Lebensfreude.

Aber auch hohe Kriminalität, Drogenhandel und Slums(Favelas) drängen in die mediale Berichterstattung und damit auch in unser Bewusstsein. Doch was hat es damit wirklich auf sich?

Ist der Urlaub in dieser wunderschönen Stadt eine Gefahr für Leib und Leben oder kann man – unter Beachtung einiger Vorsichtsmaßnahmen – einen tollen Aufenthalt genießen?

Eines sei gleich vorweg genommen: Eine Reise nach Rio de Janeiro lohnt sich auf jeden Fall.

Wo ist Rio de Janeiro besonders gefährlich?

Vorsicht vor TaschendiebeFür Touristen hat die Stadt außergewöhnlich viel zu bieten. Natürlich ist ein gewisses Maß an Vorsicht geboten. Gewisse Gebiete sollten unter allen Umständen gemieden werden: Manche Viertel gelten als gesetzlose Zonen, die ausschließlich von kriminellen Banden kontrolliert werden.

Besonders mit organisierten Drogensyndikaten ist nicht zu spaßen. Die großen Armenviertel (Favelas) im Norden, einige kleinere in Zentrumsnähe und an den Südhängen der Stadt sind besonders gefährlich.

An den Touristischen Höhepunkten sollte man auf Taschendiebe aufpassen!

Warum ist die Kriminalität in Rio so groß?

In den Favelas von Rio de Janeiro ist die Kriminalität besonders hoch.Die Ursache für die hohe Kriminalitätsrate ist vorwiegend im enormen Unterschied zwischen Arm und Reich zu finden, das sich ganz besonders in den Randgebieten der Stadt offenbart.

Die Favelas bestehen aus primitiven Behausungen, in denen die armen Bevölkerungsschichten ein Leben ohne Hoffnung fristen. Arbeit ist rar – ein Tagelöhner-Job als Schuhputzer oder Tütenpacker im Supermarkt ist oft die einzige, schlecht bezahlte Option. Ein soziales Netz wie in Deutschland gibt es in Brasilien nicht.

Einige Frauen verdingen sich als Hausmädchen in den Villen der Reichen, wo sie schmerzlich mit dem Überfluss der Oberschicht konfrontiert werden. Soziale Konflikte sind aber auch innerhalb der Slums vorprogrammiert: Durch das unkontrollierte Wachstum der Stadt leben sehr zu viele sozial benachteiligte Menschen auf engstem Raum.

10 Sicherheitsregeln für den Besuch in Rio

1. Bargeld: Tragen Sie nicht zu viel Bargeld mit sich. Die Summe sollte zwar hoch genug sein, um potenzielle Kriminelle zufriedenzustellen, aber doch so gering, dass Sie den Verlust verschmerzen können.

2. Kreditkarten: Lassen Sie Kreditkarten, EC-Karten usw. im Hotelsafe. Sollten Sie Opfer eines Raubüberfalls werden, können die Täter Sie nicht zwingen, Geld zu beheben. Wenn Sie Bargeld brauchen, benutzen Sie Bankautomaten im Inneren einer überwachten Bank. Schauen Sie um sich und versuchen Sie herauszufinden, ob Sie beobachtet werden.

Vorsicht beim Geld abheben am Bankautomat

3. Wertgegenstände: Uhren, Schmuck und andere Wertgegenstände bleiben ebenfalls besser im Safe. Je offensichtlicher Sie Ihren Wohlstand zur Schau tragen, desto eher ziehen Sie Kriminelle an.

4. Armenviertel: Meiden Sie um jeden Preis die Favelas (außer Sie besuchen diese mit einem lokalem Guide). Leider bieten unseriöse Menschen sogar touristische Busfahrten in die Slums an. Abgesehen von einem hohen Sicherheitsrisiko ist diese Art von „Besichtigung“ auch aus moralischer Sicht zumindest fragwürdig.

5. Ausgehen: Kann man sich Nachts in Rio frei bewegen? Meiden Sie wenig frequentierte Straßen und Gassen ebenso wie einsame Strände. Am sichersten sind Sie in einer größeren Gruppe unterwegs – das gilt vor allem für Frauen. Nachts ist besondere Vorsicht geboten. Am besten hält man sich nur in stark frequentierten Gegenden mit hohem Tourismusaufkommen auf.

6. Speisen und Getränke: Nehmen Sie in Bars und Clubs keine Drinks oder Snacks von Unbekannten an. Die freundliche Einladung könnte sich als gekonntes Manöver entpuppen, Ihnen ein Betäubungsmittel unterzujubeln.

7. Verkehrsmittel: Nutzen Sie ausschließlich offizielle (gelbe) Taxis. Als relativ sicher gelten auch Metro und Busse.

8. Sprache: Wenn möglich, lernen Sie Portugiesisch. Je weniger Sie für einen Touristen gehalten werden, desto geringer ist das Risiko eines Überfalls. Urlauber gelten bei der armen Bevölkerung generell als reich.

9. Auftreten: Verhalten Sie sich natürlich und unauffällig. Die Digitalkamera in der Hand wird Sie unweigerlich als Urlauber entlarven und erhöht somit das Risiko.

10. Überfall: Sollte es dennoch geschehen, dass Sie Opfer eines Überfalls werden, bewahren Sie Ruhe und leisten Sie keinen Widerstand. Ein Räuber, der etwas Geld von Ihnen bekommt, wird Sie gehen lassen, ohne Ihnen etwas anzutun. Wenn Sie für Ihre Versicherungsgesellschaft eine Anzeige benötigen, bitten Sie in Ihrem Hotel um Hilfe. Die örtliche Polizei gilt als äußerst korrupt.